Meine Geschichte


Mein Vater und ich in Mendoza
Mein Vater und ich in Mendoza

Mein Name ist Raúl , geboren in Rivadavia einer Kleinstadt im Westen von Mendoza, Argentinien.

Dieses Gebiet wird hauptsächlich von Fincas/Bauernhöfe mit Agrikultur geprägt. Der Weinanbau ist hier vorherrschend und in der ganzen Welt bekannt. 

 

Ich wurde in Mitten einer Arbeiterklassefamilie geboren. Mein Vater, ein Orthopädietechniker, selbstständig in seinem eigenen kleinen Geschäft. Sein größtes Hobby ist Kunsthandwerk mit Leder und Holz. Wie sie bemerken werden, verkaufe ich einen Großteil seiner selbstgemachten Ware.

Meine Mutter eine Grundschullehrerin, der die Familie mehr bedeutet als alles andere.

 

So zeigten mir meine Eltern, wie wichtig es ist zu arbeiten, unabhängig und selbstständig zu sein. Mein großes Vorbild ist mein Großvater Dionisio, der mit sechs Jahren angefangen hat zu arbeiten und erst mit 86 Jahren aufhörte. Seine Arbeit erfüllte ihn mit Stolz und er war glücklich dabei.

Dementsprechend waren meine Noten immer im sehr guten Bereich und so war ich einer der besten meines Jahrgangs.

Nachdem ich die Schule erfolgreich abgeschlossen hatte, widmete ich mich meiner großen Leidenschaft, der Musik. Ich studierte fünf Jahre Violoncello mit einem der besten Cellisten Argentiniens.

 

Im Jahre 2001 stürzte Argentinien in eine schwere Wirtschaftskrise, das spürte auch ich, denn von nun an hatten viele meiner Freunde kein Zuhause mehr, denn deren Eltern waren bankrott, hatten keine Arbeit mehr.

Viele verloren die Hoffnung, andere wanderten aus, um ihr Glück in einem anderen Land zu finden. 

Ich gehöre zu denen, die Hoffnung und Träume in Europa suchten und gefunden haben. 

 

Ich kam 2005 zum ersten mal nach Deutschland. Ich wollte arbeiten, Geld sparen und zuhause in Argentinien mein ,,durch die Krise auf Eis gelegtes'' Studium wieder aufnehmen und abschließen.

Meine Eltern wollten mir helfen, konnten es jedoch nicht.

Schon als ich klein war, war ich  fasziniert von Deutschland. Die Menschen, die Geschichte, die Einstellung.

Deswegen fiel es mir leicht Deutschland als das Land meiner Imigration zu wählen.

Ich kam also nach Lübeck, eher aus Zufall als nach Wahl. Denn an Weihnachten 2004 sagte mir mein Cousin, der Tourismus studierte: ,,Raúl, am 20. März wirst du nach Deutschland gehen, ich habe eine Arbeit für dich gefunden. Hast du Lust?'' Das war das Zeichen, auf das ich gewartet hatte.

 

Die Reise war ein Abenteuer. Das erste Mal im Flugzeug. 14 000 km Distanz waren zurück gelegt. Neue Sprache. Neue Leute.

Meine erste Impression war, die einer völlig neuen Welt. Alles ganz anders als bei mir Zuhause in Rivadavia.

 

So begann also mein neues Leben hier in Deutschland. Ich arbeitete in einem bekannten italienischen Eiscafé in der Altstadt Lübecks.

Meine Aufgabe: Eiszubereiten. Jetzt war ich Speiseeishersteller. 

Es vergingen drei Jahre in denen ich sechs Monate arbeitete und sechs Monate Zuhause in Mendoza studierte.

2007 lernte ich meine jetztige Frau kennen und beschloss, nun ganz nach Lübeck zu ziehen.

Die nächsten drei Jahre waren dann doch eher ernüchternd. Sechs Monate arbeiten und sechs Monate hier in Lübeck auf Gelegenheitsjobs ausweichen. Stillstehen konnte ich in der Zeit nicht.

 

2011 überzeugte mich meine Frau, nachdem sie nun auch schon mein Heimatland kennengelernt hatte, mich selbstständig zu machen und die schönen ,,Artesanias'' hier in Deutschland zu verkaufen. Da ich ja sozusagen die Quelle dafür zuhause in Rivadavia hatte. Meinen Vater.

 

Ich finde es schön nun endlich etwas zu machen, mit dem ich mich identifizieren kann. Argentinien hat doch weit mehr zu bieten, als Tango und Beefsteak. 

Viele deutsche Argentinienurlauber kommen mit einem Extrakoffer voll mit Lederwaren und Kunstgegenständen zurück. Da diese Dinge mit viel Liebe hergestellt werden. Echtes Leder ist wieder gefragt.

Mit Hilfe von meinem Vater und dessen Kontakte zu anderen ,,Artesanos'' kann ich Deutschland nun meine ausgewählten, exklusiven und qualitativ hochwertigen Waren anbieten.

Dabei wird die alte Handwerkskunst gefördert und durch faire Preise den ,,Artesanos'' ein gutes Einkommen gesichert.

Die Sachen, die ich Ihnen anbiete sind authentisch und mit Garantie auf lange Lebensdauer.

So helfen wir gemeinsam denen, die Tag für Tag versuchen, mit ihren Ideen und Lust auf Arbeit nach Vorn zu kommen. 

 

 

Mein Vater Eduardo in seiner Werkstatt
Mein Vater Eduardo in seiner Werkstatt